Donnerstag, 30. August 2007

Essen mit Julia und Studenten



Mit Yan Pei, Zhang Bo Xin und Julia


Julia und ich wollen mit unseren Studenten essen gehen. Meine haben ein Restaurant 'rausgesucht - leider kommen dann nur zwei von ihnen. Aber Julias und meine beiden gemeinsamen Schüler sind da und das ist schön, da wir noch nichts zusammen unternommen haben. An diesem Abend essen wir vor allem scharfe Gerichte und verabschieden uns von Yan Pei, die noch ein Jahr in Xi'an Architektur studieren und dann nach Deutschland gehen wird und von Zhang Bo Xin, der ebenfalls plant, in Deutschland zu studieren und daher an der berühmten Tong-Ji-Universität in Shanghai weiter Deutsch lernt. Viel Erfolg den beiden...

Kong Ru Xue und Maria

Dienstag, 28. August 2007

Trommelturm und Große Moschee


Show auf dem Trommelturm


Heute ist der Trommelturm an der Reihe, und in der Großen Moschee war ich auch noch nicht. Also begebe ich mich zur Muslimischen Straße, die am Trommelturm beginnt und erlebe gerade noch eine der täglichen Shows.

Ich gehe wieder hinunter und laufe durch die Muslimische Straße. Ein letztes Mal? Ich möchte heute endlich die Moschee sehen und werde von den Einlassern freundlich begrüßt. Meine Karte löst oft Überraschung aus und ich werde nicht wie eine Touristin behandelt - obwohl ich doch gerade in diesem Moment eine bin.

In der Anlage, die absolut nichts von dem hat, was man sich unter einer Moschee vorstellt, wimmelt es von deutschen Touristen. Sie sind auf dem Weg nach draußen und als auch der letzte an mir vorbeigegangen ist, kehrt Ruhe ein. Ein älterer Mann mit einer Schüssel Nudeln läuft an mir vorbei und ich frage ihn einfach, ob es schmeckt - "Hao chi ma?" Und so kommen wir in's Gespräch. Er fragt mich, woher ich komme, was ich in Xi'an mache - all die Fragen, die ich verstehen und beantworten kann, die mir schon so oft gestellt wurden. Nie geht es wirklich darüber hinaus und doch sind es gerade diese wenigen Brocken Chinesisch, die mich den Menschen näherbringen. Und egal, wie wenig ich sagen kann - ich bin in diesem Moment ein bißchen stolz darauf, daß es überhaupt zu solchen Gesprächen kommt...

Angekommen am Hauptgebäude, der eigentlichen Moschee, stehe ich allein auf dem Vorplatz; darf nicht hineingehen und sehe doch hunderte Gebetstücher, wie mystisch mir dieser Ort erscheint...

Es gibt keine Religion in China?

Die Große Moschee

Montag, 27. August 2007

Der Glockenturm bei Nacht


Blick vom Glockenturm in Richtung Süden


Mir bleibt noch eine Woche in Xi'an. Wie schnell doch die Zeit verflogen ist! In den letzten Tagen möchte ich noch einiges sehen - vor allem will ich die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die ich schon oft aus der Ferne oder Nähe, aber immer nur von außen betrachtet habe, besuchen.

Nach dem Unterricht fahre ich in die Innenstadt und gehe zur Post, kaufe Briefmarken und ein Päckchen, in dem ich einige Dinge nach Hause schicken werde. Bei einem Kaffee schreibe ich meine Karten und nachdem ich sie eingesteckt habe, gehe ich zum Glockenturm. Ich erreiche ihn durch die Unterführung, mit meiner Karte komme ich umsonst hinein. Oben bietet mir ein freundlicher Mann an, doch mein Päckchen abzustellen (mit dem ich ja nun schon den gesamten Nachmittag umhergelaufen war) und ich nehme das dankend an.

Der Blick über die vier Straßen und ihre beleuchteten Gebäude ist überwältigend. Um mich herum braust der Verkehr und es sieht aus, als würden die Lichter der Autos und Busse blinkende Ketten bilden. Auch der Glockenturm selbst ist in helles Licht getaucht - viele kleine Lämpchen leuchten mich an, nachdem ich wieder hinuntergegangen bin und mir das Bauwerk von außen anschaue. Nun stehe ich mittendrin - genau zwischen Nord-, Ost-, Süd- und Weststraße!

Der Glockenturm aus nächster Nähe

Sonntag, 26. August 2007

Feuertopf


Ein Photo mit uns


Heute zeigt uns Yun Xiu das beste bzw. bekannteste Feuertopf-Restaurant in Xi'an: 'Hai Di Lao'. Schon vor dem Lokal sitzen unglaublich viele Leute - es heißt, wir müssen ungefähr eine Stunde warten, bevor wir einen Tisch bekommen. Eine Stunde! In dieser Zeit bekommt man bunte Krabbenchips und Tee serviert und da Yun Xiu die Frau am Einlaß kennt - wie sich plötzlich herausstellt - dürfen wir in der Eingangshalle warten. Was auch noch mal ewig dauert - aber hier werden außerdem noch kleine Spiele verteilt, man kann sich sogar einer Maniküre unterziehen...

Die Zutaten...


Endlich ist es soweit. Wir werden in die erste Etage geführt, bis an's Ende eines Gangs und nehmen in einem kleinen Raum Platz. Hier steht nur ein Tisch, und nach einer Weile wird der Topf gebracht, in die Mitte des Tisches gesetzt und geheizt. Gewürze kommen hinzu und auf vielen Tellern die von uns schon beim Warten ausgesuchten Zutaten: Kartoffelscheiben, Lammfleisch, Fischbällchen, Bambus, Tintenfisch, Tofu, Salatblätter und Spinat... Wie immer ist eine Hälfte der Suppe im Topf, in welchem die Zutaten zum Kochen gegeben werden, scharf und die andere nicht.

Es schmeckt gut, die Kellner sind unglaublich - noch nie habe ich so einen Service erlebt. Nirgendwo.

... und der Feuertopf

Shopping, Tempel, Shopping


Lotus


An diesem Samstag will ich einige Mitbringsel kaufen, aber auch den Tag nicht mit reinem Einkaufen verschwenden. Also wird es eine Kombination aus beidem... Ich fahre in die Chang 'an Lu, eine der Einkaufsstraßen und schlendere über die Märkte dort. Als ich auf die Hauptstraße zurückkehre, bin ich schockiert. Kinder, denen man die Armut und Herkunft aus dem Westen Chinas sofort ansieht, zeigen Zirkusstücke. Wer einmal etwas vom berühmten Chinesischen Zirkus gehört oder gar gesehen hat, weiß, was die Artisten dort aufführen. Es ist grausam, macht mich so traurig. Aber was kann man tun? Einige Leute bleiben stehen und starren.

Gleich in der nächsten Seitenstraße befindet sich die Da-Xing-Shan-Tempelanlage, die ich mir anschauen möchte. Ich erwarte eine riesige Anlage mit vielen Touristen, aber da gerade Mittagszeit ist, betrete ich einen ruhigen Park - riesig, aber mit nur wenigen Menschen. Ich genieße die Stille, bewundere die liebevoll gestalteten Tempel und bin manchmal völlig allein. Immer wieder begegnen mir Lotusblüten, die heiligen Pflanzen - Symbole in Stein und Wachs oder als Gewächse in Teichen.

Da Xing Shan


Als ich schon auf dem Rückweg bin, treffe ich ein kleines Mädchen. Nachdem ich es angelächelt habe, läuft es mir hinterher, möchte, daß ich mit seiner Katze spiele. Die Katze ist noch ganz klein und beide wirken, in's Spiel vertieft, sehr glücklich.

Nach dem Verlassen der Tempelanlage setze ich meine Einkäufe fort, treffe in einem Geschäft für tibetischen Schmuck tatsächlich eine Studentin von Birgit (!) und fahre schließlich nach Hause.

Verspielt

Freitag, 24. August 2007

Vier Abende, Bier und Musik


In der Bar


In dieser Woche sind wir abends viel unterwegs - fast an jedem Abend treffen wir uns und gehen in irgendeine Kneipe. Am Montag sitze ich mit Sophie, Julia und Timo in "unserer" Bar in der Barstreet, am Dienstag gehe ich mit Sophie in die Jazzbar und am Mittwoch ist dann wieder die Barstreet dran - nachdem wir zuerst im internationalen Supermarkt gewesen sind und danach Jiao Zi gegessen hatten. Sophies Freund Yao ist dabei und wir albern herum, haben viel Spaß, tanzen.

Wir essen Jiao Zi


Am Donnerstag sind Timo und ich mit Yun Xiu verabredet. Sie führt uns durch das historische Museum und wie im Flug vergehen drei Stunden. Jedes einzelne Ausstellungsstück - vor allem Ausgrabungsgegenstände, viele Grabbeigaben - ist so interessant und wir lernen so Einiges über die chinesische Geschichte.

Im Museum für Geschichte
Anschließend treffen wir meine Studenten und essen zusammen; und ich kann sie überreden, danach mit in die Jazzbar zu kommen. Ich denke, es gefällt ihnen, es ist etwas Anderes - aber sie sind nicht wirklich begeistert. "Du magst ruhige Musik, hmm?"

Ist Jazz ruhig...?

Gespräche in der Jazzbar

Sonntag, 19. August 2007

Ein Abend mit Nordamerikanern


Abendessen mit Nordamerikanern


Für heute Abend habe ich mich mit Brooke, die morgen weiterfahren wird, zum Essen verabredet. Julia ist dabei und Brooke bringt noch einen Kanadier mit, den sie im Hostel kennengelernt hat. Wir gehen in ein Restaurant in der muslimischen Straße, essen Baozi, Kürbis-suppe und süßsaures Schweinefleisch und unterhalten uns über dies und das. Manchmal ist es wirklich schwierig, dem Redetempo der beiden Nordamerikaner zu folgen! Nach dem Essen schlendern wir zurück und beobachten das Treiben auf den Straßen...

Essen in der muslimischen Straße